Ein großartiger Hessentag ist zu Ende

Ja, auch mir hat der Hessentag Spaß gemacht. 

Die Bespielung so vieler Plätze in unserer Stadt gleichzeitig zu erleben, die vielen fröhlichen Besucher aus ganz Hessen und den benachbarten Bundesländern, das gab der Stadt für kurze zehn Tage ihr altes Flair zurück.
Es hat den Rüsselsheimern gutgetan, nach langen Jahren der Entbehrungen, endlich wieder einmal im Mittelpunkt zu stehen. Der Hessentag traf auf eine „ausgehungerte“ Stadt und sie hat das Angebot begierig angenommen.
Der Hessentag hat gezeigt, was die Stadt, ihre Bürger und ihre Verwaltung, zu leisten in der Lage ist, wenn Geld im Überfluss vorhanden ist, Vorschriften, Satzungen und Gesetze nicht ganz so genau ausgelegt und Ziele klar definiert werden. Warum ist dieses fokussierte Arbeiten nicht auch bei anderen, wichtigeren Themen, möglich? 
Der Hessentag hat aber auch unter Beweis gestellt, wie wichtig Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum sind. Die zusätzlichen Reinigungszyklen eines weiteren Anbieters neben dem Städteservice Raunheim/Rüsselsheim haben sich ausgezahlt und die Innenstadt für diese zehn Tage gepflegt und aufgeräumt wirken lassen. Auch hier muss die Frage erlaubt sein, warum dieses Niveau nicht auch nach dem Hessentag, bei deutlich geringerer Verschmutzung, aufrecht erhalten werden kann? 

Der Hessentag war für uns alle ein großes Gemeinschaftserlebnis. Trotz der hohen zusätzlichen Belastung für Feuerwehr, Rettungsdienste, THW, DLRG und Polizei, haben diese ihre Aufgaben vorbildlich und mit viel Charme den Besuchern gegenüber gemeistert. Und es hat sich gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, der Bundeswehr einen solch prominenten Platz in Mitten des Hessentags einzuräumen. 
Die vielen weiteren freiwilligen Helfer, egal ob sie als Hessentagsteam unterwegs waren oder an den Ständen der Vereine ihren Dienst verrichteten, haben diesem Hessentag seine besondere Ausstrahlung verliehen. Hierfür nochmals ein ganz besonderer Dank. Gerade sie haben gezeigt, was unsere Stadtgesellschaft leisten kann, wenn sie klare Ziele vor Augen hat. Auch Selma Kücükyavuz und Marcel Sedlmayer gebührt ein großes Lob für die würdige Repräsentation unserer Stadt als Hessentagspaar.

Für mich ist wichtig, welche Schlussfolgerungen sich für die zukünftige Arbeit aus diesem singulären Ereignis ziehen lassen. Durch den Hessentag ist deutlich geworden, dass wir uns dringend um eine verbesserte Organisation unserer Feste kümmern müssen. Diese leiden seit Jahren unter sinkenden Besucherzahlen und damit einhergehend schlechterer Qualität.
Ob ein Weindorf im Stadtpark parallel zu den Märkten am Mainufer oder die Verlagerung des Weihnachtsmarktes vom neugestalteten Marktplatz in den Stadtpark hier neue Perspektiven eröffnen können, ist allerdings zunächst mit den Organisatoren und Betreibern zu besprechen. Von Armin Thienger habe ich bereits entsprechende Signale erhalten, dass er sich bei einer Verlagerung in den Stadtpark sogar eine zeitliche Ausweitung des Weihnachtsmarktes vorstellen kann. 
In den kommenden Wochen und Monaten wird sich nun entscheiden, was -neben einem Millionendefizit- von diesem 57.Hessentag für unsere Stadt bleibt, damit es am Ende eben nicht nur zehn tolle Tage waren.

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